Im Mittelalter gab es die sogenannten
Unehrlichen Berufe. Darunter fielen sozial wenig angesehene Jobs wie Abdecker, Henker, Totengräber oder Zahnreisser. Und auch heute finden sich eine Reihe von solchen Tätigkeiten, die man gemeinhin für verachtenswert hält. Zuhälter zum Beispiel oder Politesse, respektive Ordnungsbeamter. Leute, die am unteren Ende der sozialen Leiter stehen und sich - im Falle der Politessen etwa - an ihren kleinen Stückchen institutionalisierter Macht berauschen. Dies füttert ihr verkümmertes Ego und befriedigt ihre Blockwartmentalität.
Ebenfalls zu dieser Gattung Mensch gehört der Typus Türsteher. Für diesen Job, der laut Eigenauskunft wohl Menschenkenntnis verlangt, muss man eigentlich nur groß und blöd genug sein. Es reicht, wenn man draussen im Regen stehen kann und latent gewaltbereit ist. Nun ist es so, dass hier in Köln das Vorhandensein eines Türstehers ein Garant für einen entweder miserablen oder eher zwielichtigen Club ist. Diese Läden finden sich hier auf den Ringen und ich weiß, dass ich dort abends nicht wegzugehen brauche. Klassische Touristenfalle beziehungsweise Spielwiese für das Wochenende einfallende Landvolk.
Nun wollte ich gestern in eine Kneipe gehen, in der ich schon tausend Mal war. Tagsüber kann man da gut und preiswertes Bistroessen und Abends Kölsch und Cocktails verschnabulieren. An sich kein klassischer Laden, vor dem man einen sprechenden Schrank vermutet. Aber anscheinend hat dort wohl letztens jemand randaliert oder sonst irgendwie einen Arbeitsplatz geschaffen. Jedenfalls stand dort einer dieser Unerhlichen - und wollte mich nicht reinlassen. Das war mir das letzte Mal an meinem 23. Geburtstag vor einer Großraumdiskothek passiert, aber das ist eine andere Geschichte. Da ich weiß, dass die Gorillas eh nicht mit sich reden lassen, verkniff ich mir den Hinweis, in den Kellerräumen dieser Örtlichkeit dringend den
MC Winkel treffen zu müssen und fragte nur kurz, warum ich ihm nicht genehm war. Die lapidare Antwort war, dass er mich vorher schon zweimal zum Kiosk hätte gehen sehen, wo ich mir zwei Beck's geholt hätte. Das war natürlich richtig und scharf beobachtet. Leider fiel mir aufgrund dieser Aussage nichts mehr ein, ausser den guten Mann auszulachen und mir am Kiosk eine dritte Flasche Beck's zu holen. Also musste das Treffen mit dem MC auf die Straße verlegt werden und verlief leider zu kurz. Mein Tipp an die netten Leute vom Croque: nächstes direkt mal Alkoholkontrollen am Eingang durchführen, ausserdem hat der Merkbefreite am Eingang euch um mindestens 30€ Umsatz gebracht.