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Everyday is Halloween

Freitag, 2. Juni 2006

Mit Muddern am Telefon

Du, ich hab da übrigens dieses WM-Maskottchen in klein geschenkt bekommen. Soll ich Dir das mal schicken? - WTF??? Du hast Dir dieses kackhässliche, schlecht abgekupfterte, exhibitionistische Scheissviech andrehen lassen? - Ja, der ist doch süß. Aber ich weiss ja nicht was ich damit anfangen soll. Und da Du ja Fussballfan bist und auch zur WM gehst... - Ja, und was soll ich damit machen? Mir an den Rucksack hängen und wieder in die Schule gehen? Sodomieren? Der ist ja sogar zu hässlich um ihm nem blinden Kind zu schenken. - Na, aber soo schlimm ist der doch auch wieder nicht. - Maaama, alleine der Name Goleo. Du kannst ja kein Englisch aber selbst Dir müsste dieser gewungene Wortwitz auf Kreissparkassenwerbeniveau hochkommen. Und dieser sprechenen Ball namens Pille. Argh! - Du willst den also nicht? - Nein, verdammte Scheiße! Das letzte Maskottchen was ich als Stoffdings hatte war Pique, eine grüne Chili mit Sombrero und Schnurrbart, DAS ist mal kreativ. Oder wenistens die sympathischen Tip und Tap. - Stimmt, Tip und Tap waren besser. - Siehste. Und jetzt schmeiss das Ding weg!

Donnerstag, 25. Mai 2006

Du kumms hier net rein

Im Mittelalter gab es die sogenannten Unehrlichen Berufe. Darunter fielen sozial wenig angesehene Jobs wie Abdecker, Henker, Totengräber oder Zahnreisser. Und auch heute finden sich eine Reihe von solchen Tätigkeiten, die man gemeinhin für verachtenswert hält. Zuhälter zum Beispiel oder Politesse, respektive Ordnungsbeamter. Leute, die am unteren Ende der sozialen Leiter stehen und sich - im Falle der Politessen etwa - an ihren kleinen Stückchen institutionalisierter Macht berauschen. Dies füttert ihr verkümmertes Ego und befriedigt ihre Blockwartmentalität.
Ebenfalls zu dieser Gattung Mensch gehört der Typus Türsteher. Für diesen Job, der laut Eigenauskunft wohl Menschenkenntnis verlangt, muss man eigentlich nur groß und blöd genug sein. Es reicht, wenn man draussen im Regen stehen kann und latent gewaltbereit ist. Nun ist es so, dass hier in Köln das Vorhandensein eines Türstehers ein Garant für einen entweder miserablen oder eher zwielichtigen Club ist. Diese Läden finden sich hier auf den Ringen und ich weiß, dass ich dort abends nicht wegzugehen brauche. Klassische Touristenfalle beziehungsweise Spielwiese für das Wochenende einfallende Landvolk.

Nun wollte ich gestern in eine Kneipe gehen, in der ich schon tausend Mal war. Tagsüber kann man da gut und preiswertes Bistroessen und Abends Kölsch und Cocktails verschnabulieren. An sich kein klassischer Laden, vor dem man einen sprechenden Schrank vermutet. Aber anscheinend hat dort wohl letztens jemand randaliert oder sonst irgendwie einen Arbeitsplatz geschaffen. Jedenfalls stand dort einer dieser Unerhlichen - und wollte mich nicht reinlassen. Das war mir das letzte Mal an meinem 23. Geburtstag vor einer Großraumdiskothek passiert, aber das ist eine andere Geschichte. Da ich weiß, dass die Gorillas eh nicht mit sich reden lassen, verkniff ich mir den Hinweis, in den Kellerräumen dieser Örtlichkeit dringend den MC Winkel treffen zu müssen und fragte nur kurz, warum ich ihm nicht genehm war. Die lapidare Antwort war, dass er mich vorher schon zweimal zum Kiosk hätte gehen sehen, wo ich mir zwei Beck's geholt hätte. Das war natürlich richtig und scharf beobachtet. Leider fiel mir aufgrund dieser Aussage nichts mehr ein, ausser den guten Mann auszulachen und mir am Kiosk eine dritte Flasche Beck's zu holen. Also musste das Treffen mit dem MC auf die Straße verlegt werden und verlief leider zu kurz. Mein Tipp an die netten Leute vom Croque: nächstes direkt mal Alkoholkontrollen am Eingang durchführen, ausserdem hat der Merkbefreite am Eingang euch um mindestens 30€ Umsatz gebracht.

Mittwoch, 24. Mai 2006

Die Fehllei(s)tung des Tages



Ich 'abe gar keine Pferde'änger, Signorina!

Sonntag, 21. Mai 2006

Nümmerchen

Angetrunken nachts mit dem Zug durchs Land fahren. Ein hübsches intelligentes witziges Mädchen aus der Nachbarschaft im Abteil kennenlernen. Zusammen eine Sportzigarette rauchen und nach Ankunft am Ziel leicht benebelt vergessen nach der Nummer zu fragen. Ich glaub ich bin aus der Übung.

Freitag, 19. Mai 2006

Staun!

Die Namen der Leute mit denen ich in dieser Woche zu tun hatte enstammen höchstwahrscheinlich der Onomatopoesie der Erika Fuchs. Namen wie Buff, Ruppsch, Lapp, Trapp, Klapp, Bull und Bauz muss sich doch jemand ausgedacht haben!

Dienstag, 16. Mai 2006

Undankbares Pack!

Da denkt man, man macht mal ne schnelle Mark wenn man beim Umzug ausmistet und Kram bei eBay vertickt. Leider bekam ich für nen Stapel alte Playboys nur läppische 3,65€ - ein Preis für den ich normalerweise keinen Finger rühre, geschweige denn auch noch zum Paktdienst renne. Aber verkauft ist verkauft und der Kunde bestand auch auf Lieferung, obwohl ich ihm ne Stornierung angeboten hatte. Logisch, er hatte auch nicht die Rennerei für Drölfeurobaffzich. Nur dass ich eben noch so eine pendantische Nörglermail bekomme lässt mich lila anlaufen:

"Hallo, ich habe ihre Hefte erhalten - von gut erhalten kann man aber nicht unbedingt sprechen. Das Heft Marilyn Monroe ist total wellig - wahrscheinlich mal nass geworden. Beim Heft 2/93 fehlt das Poster. Allgemein sind bei allen Heften deutliche Lagerspuren am Cover zu sehen. MfG Werner"

Kann doch nicht sein, dass der Kerl acht Hefte für fast umme kricht und dann noch die Chuzpe besitzt sich zu beschweren. Nicht mit mir, aber ich bin ja in Frühlingsstimmung, also fiel meine Antwort doch eher buddhistisch aus:

"Hallo, ich habe Ihnen für die prompte Zahlung eine positive Bewertung gegeben. Dass Sie mit den Heften nicht zufrieden sind tut mir Leid, kann ich aber nicht nachvollziehen. Immerhin sind die Hefte teilweise deutlich über 10 Jahre alt - und ich pflege Zeitschriften auch zu lesen und nicht eingetütet in Reinräumen zu lagern, gerade den Playboy. Zudem konnten Sie die Qualität der Hefte auch aufgrund des Fotos auf der Auktionsseite erkennen. Dass das Monroe-Heft angeblich wellig ist kann leider passieren, war mir aber nicht aufgefallen. So wollen wir zumindest beide hoffen, dass das Heft nur beim Transport feucht geworden ist und keine anderen Gründe dafür vorliegen. Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Spaß beim Lesen oder was immer Sie mit den für 3,65€ ersteigerten acht Playboy-Ausgaben vorhaben! MfG r0ssi"

Freue mich schon auf die Antwort.

Freitag, 12. Mai 2006

Scharia-scharia-StVo!

شريعة Als die Taliban noch im Amt waren und den Umbau Afghanistans, eines einstmals prächtigen und kulturell vielfältigen Landes, im Schweinsgalopp in Richtung Steinzeit betrieben, setzten sie bei der Unrechtssprechung auf die Scharia. Das ist natürlich nicht nett und widerspricht auch meinem Gerechtigkeitsempfinden, wenn man für kleinste Vergehen schon die Pferdepeitsche bekommt. Doch da ich diese Woche doch eher Ungeduldig&Jähzornig™ bin, würde mir ein etwas forscheres Strafrecht in Deutschland auch manchmal ganz gut gefallen.

Wenn man als Motorradfahrer pro Woche dreimal von abbiegenden und spurwechselnden Autofahrern fast über den Haufen gefahren wird, kann man schonmal die Krise kriegen. Wenn es sich wie im Fall heute morgen dabei auch noch um ein blondes Puntofahrendes Ding handelt, welches während der Fahrt SMS schreibt, ruft man innerlich nach dem Scharfrichter. 60€ Strafe für SMSen im Auto sind bei Allah zu wenig, was man daran sieht, dass sich keine Sau dran hält. Deswegen meine Anregung: Daumen ab! Wollen wir doch mal sehen, wie Sonnenbank-Susi dann noch Kurzmitteilungen während der Fahrt tippt!

Das gleiche gilt für drängelnde Linksfahrer auf Bundesautobahnen. Wenn ich schon mit 190 Sachen Rubber Duck und seinen Convoy von 50 Lastern überhole, kommt garantiert irgendein intelligenzbefreiter BMW-Spast mit 230 von hinten an, Blinker links standardmäßig und lichthupend als würde er mir das alte Testament morsen wollen. Wenn es nach ihm ginge würd ich sofort um 110 km/h abbremsen und mich zwischen die Tiertransporter einzwängen um ihm das Recht auf Vollgas nicht zu verwehren. Wenn es nach mir ginge würde man dem amorphen Zellhaufen am Steuer den rechten Fuß abhacken, wollen wir doch mal sehen, wer dann noch Vollgas gibt!

Oder nehmen wir Dr.Boom, den ich mal so nenne, weil er meistens einen solchen Heckscheibenaufkleber hat. Dementsprechend ist dieses Subjekt auch der Auffassung, seine Umwelt mit niederfrequenten Schlägen in die Magengrube belästigen zu müssen. Schon ab dem Leverkusener Kreuz hört man ihn in seinem tiefergelegten Corsa/Polo/Seat Ibiza herannahen (Kfz-Schild fägt wahlweise mit BM, GL oder SU an). In der City steht man dann an der roten Ampel hinter ihm und bekommt die inneren Organe per Infraschall verschwurbelt. Wenn es nach ihm ging würde die ganze Welt in Großraumdiscos seine akustische Inkontinenz hören. Wenn es nach mir ginge bekäme er die Ohren mit heißen Wachs zugeschüttet. Wollen wir doch mal sehen, wer dann noch Dr.Boom ist!

Aber da ich ja, genauso wie der Islam, im Grunde friedfertig bin überlasse ich solche berechtigten Strafen meiner Fantasie und schenke jedem dieser Vollspacken ein Lächeln. Schließlich ist Frühling und ich muss mir meinen Zorn noch für die Holländer bei der WM aufheben.

Dienstag, 9. Mai 2006

Dienstag.

Semischwer verpennt aus dem Haus gehen, den iPod in der Gesäßtasche vergessen, während man sich Spiegellesend in die U-Bahn setzt, an der Zieldestination den Fauxpas bemerken und sich darüber klar werden, dass Apples Nano solche Nachlässigkeiten nicht duldet und die Funktionsweise des LC-Displays auf dreiviertel der Fläche einstellt, Service-Nummer der Apfelmänner raussuchen und hoffen, dass deren Garantieabteilung kulant ist. Geht ja gut weiter, die Woche.

Montag, 8. Mai 2006

Montag.

Total verpennt aus dem Haus gehen, weil die Einweihungsparty am Samstag bis in den Sonntagmorgen ging, sich entschließen einmal einen anderen Weg zur Arbeit auszuprobieren, währenddessen dran denken, dass man noch tanken sollte, das unangenehme Stottern des durstigen Motors hören, sich ärgern, dass der normale Weg an der Tanke vorbeiführt, es gerade noch zurück vor die Haustür schaffen, das Krad ohne Sprit abstellen, mit der U-Bahn fahren. Geht ja gut los, die Woche.

Update: In der naiven Annahme zur Tanke gegangen, man könne sich dort einen Kanister gegen Pfand ausleihen, mit der strunzblöden Kassiererin über die deutsche Dienstleistungsmentalität diskutiert, eingesehen dass man heutzutage Versicherungen in Tankstellen abschliessen kann, aber niemanden findet, der noch Ahnung von Autos/Moppeds hat, geschweige denn Kanister verleiht.

Donnerstag, 4. Mai 2006

Achtung jetzt kommt ein Karton!

Dieses Leben aus Kisten ist ja nix für mich. Schick mich in den Urlaub, dann packe ich mir den Trekking-Rucksack auf den Rücken und durchquere Wüsten auf allen Vieren, klettere einhändig die Eiger Nordwand hinauf und ringe mit Kanguruhs. Stets mit dem Nötigsten im Backpack dabei, aus dem ich Abends bei einer Tasse frischgemolkener Kamelmilch meine Habseligkeiten zum Schlafen packen kann. Aber wehe ich muss mal einige Tage aus Kartons leben! Nun ist ja der grösste Teil bereits ausgepackt und im neuen Kleiderschrank verstaut, aber gerade die paar Sachen, die noch fehlen treiben mich zur Weissglut. Drei Tage lang habe ich zum Beispiel meine Moppedlederjacke gesucht. Nicht dass ich nicht noch zwei andere hätte, aber gerade in jener befand sich mein Schlüssel für die Transalp, so dass das gute Stück noch einige Tage einsam vor der alten Butze auf mich warten musste. Prompt hatte ich das Problem durch Auffinden (natürlich in einem der untersten Kartons) gelöst, kam Problem No.2. Diesmal fehlte der Helm. Wo verdammt nochmal ist mein guter Klapphelm? In Eile auf dem Weg zur Arbeit packte ich dann gestern dämlicherweise auch noch den Mädchenhelm ein, der mir dann doch ein-zwei Nummern zu klein ist, so dass ich mir auf Fahrt aufgrund eingeschränkter Sicht nicht nur vorkam wie auf dem Weg nach Guantanamo, sondern für den Rest des Tages auch Kopfschmerzen hatte, weil die Synapsen so eng zusammenrücken mussten. Natürlich hab ich den Helm immer noch nicht gefunden, obwohl ich alle Kartons geöffnet hab. Wahrscheinlich liegt er im endeffekt unterm Bett meiner Mitbewohnerin, im Kleiderschrank meines Mitbewohners oder auf der Müllkippe, weil er irrtümlicherweise in einem Müllsack gelandet ist. Wenn jetzt endlich bald mal die vermaledeiten Küchenschränke hängen und eingeräumt sind, geht das Zigeunerleben hoffentlich bald vorbei. Von angeschlossener Spül- und Waschmaschine ganz zu schweigen.

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