L'État ce sont nous
Gestern schrieben nicht weniger als ein halbes Dutzend Tageszeitung, dass "Frankreich brennt". Mal davon abgesehen, dass der Thalys aus Paris im Bahnhof keinerlei Schmauchspuren aufwies, ist diese Behauptung natürlich eine harte Übertreibung, reflektiert aber das Gefühl des Unverständnisses und der Hilflosigkeit. Schon hört man die ersten deutschen Politiker französische Verhältnisse besorgt herbeisehnen, andere sprechen von angeblich gescheiterten Multikulti-Verhältnissen. Alles Quatsch!
Auch ohne gesellschaftspolitischer Experte unserer Nachbarn zu sein, kann man doch schnell zusammenreimen, woran sich die Gewalt der Jugendlichen festmacht. Hier geht es nur am Rande um "Rassenkrawalle", in erster Linie entlädt sich nun der jahrzehntelang angestaute Frust einer sozial isolierten Schicht, deren wichtigstes Merkmal Armut und Chancenlosigkeit ist. Die Gesellschaft und vor allem die Politik hat dieses Problem stets ignoriert, aber es war nicht unbekannt. Gewisse Distrikte in der Pariser Banlieue werden gemieden, erst Recht nach Einbruch der Dunkelheit. Die dort lebenden Menschen stehen quasi außerhalb der Gesellschaft, da sie weder als Arbeitskräfte (aufgrund mangelnder Bildung) noch als Konsumenten (aufgrund fehlender Kaufkraft) sinnvoll eingesetzt werden können. Sozialpläne wurden gar nicht oder nur unzureichend eingesetzt.
Wer ganz unten steht hat niemanden zum Draufhauen, also wird der Staat zum Feind, bzw. dessen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten. Dabei gehen die Randalierer ähnlich unüberlegt vor, wie die Leute bei den LA Riots 1992. Sie legen ihre eigenen Viertel in Schutt und Asche anstatt den Elysée-Palast zu belagern. Frankreich hat eine starke liberale Tradition und ist zurecht stolz auf die Werte der Revolution. Aber in der cinquième République der heutigen Zeit scheinen Gleichheit und Brüderlichkeit nicht mehr viel zu gelten, Freiheit an sich ist ein Wert ohne Inhalt.
Es ist nun an der Zeit, dass Sarkozy als Innenminister zurücktritt und Chirac und Villepin sich endlich Gedanken machen, wie man die Ursachen der Gewalt beseitigt anstatt nur Ausgangssperren zu verhängen. Eine weitere Gefahr besteht nämlich auch die amtierenden Politiker und für ganz Europa. Dadurch nämlich, dass die Faschisten bei den kommenden Wahlen wieder groß auftrumpfen, weil die einseitige mediale Vermittlung, die Brandreden einiger Politiker und die Ignoranz breiter Bevölkerungsteile zu Protestwahlverhalten führt.
Auch ohne gesellschaftspolitischer Experte unserer Nachbarn zu sein, kann man doch schnell zusammenreimen, woran sich die Gewalt der Jugendlichen festmacht. Hier geht es nur am Rande um "Rassenkrawalle", in erster Linie entlädt sich nun der jahrzehntelang angestaute Frust einer sozial isolierten Schicht, deren wichtigstes Merkmal Armut und Chancenlosigkeit ist. Die Gesellschaft und vor allem die Politik hat dieses Problem stets ignoriert, aber es war nicht unbekannt. Gewisse Distrikte in der Pariser Banlieue werden gemieden, erst Recht nach Einbruch der Dunkelheit. Die dort lebenden Menschen stehen quasi außerhalb der Gesellschaft, da sie weder als Arbeitskräfte (aufgrund mangelnder Bildung) noch als Konsumenten (aufgrund fehlender Kaufkraft) sinnvoll eingesetzt werden können. Sozialpläne wurden gar nicht oder nur unzureichend eingesetzt.
Wer ganz unten steht hat niemanden zum Draufhauen, also wird der Staat zum Feind, bzw. dessen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten. Dabei gehen die Randalierer ähnlich unüberlegt vor, wie die Leute bei den LA Riots 1992. Sie legen ihre eigenen Viertel in Schutt und Asche anstatt den Elysée-Palast zu belagern. Frankreich hat eine starke liberale Tradition und ist zurecht stolz auf die Werte der Revolution. Aber in der cinquième République der heutigen Zeit scheinen Gleichheit und Brüderlichkeit nicht mehr viel zu gelten, Freiheit an sich ist ein Wert ohne Inhalt.
Es ist nun an der Zeit, dass Sarkozy als Innenminister zurücktritt und Chirac und Villepin sich endlich Gedanken machen, wie man die Ursachen der Gewalt beseitigt anstatt nur Ausgangssperren zu verhängen. Eine weitere Gefahr besteht nämlich auch die amtierenden Politiker und für ganz Europa. Dadurch nämlich, dass die Faschisten bei den kommenden Wahlen wieder groß auftrumpfen, weil die einseitige mediale Vermittlung, die Brandreden einiger Politiker und die Ignoranz breiter Bevölkerungsteile zu Protestwahlverhalten führt.
r0ssi - 8. Nov, 11:00
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