Die Anti-Deutsche
Susanne Osthoff hat ein Problem: sie ist nicht deutsch genug. Sie hat den falschen Glauben, die falschen Ansichten und sie lebt ein falsches Leben. Das jedenfalls musste man in den vergangenen Wochen denken, wenn man sich die veröffentlichte Meinung ansah. Man stelle sich vor, diese Frau ist nicht nur zum Islam konvertiert, sondern arbeitet auch noch in einem Kriegsgebiet während ihre arme vernachlässigte Tochter in Deutschland auf ein Internat geht. Dann soll der deutsche Staat auch noch den Karren aus dem Dreck ziehen, wenn diese Person sich entführen lässt und hat er dies geschafft, zeigt sie noch nicht mal die nötige Demut ob ihrer Rettung, sondern verspottet "irre, wie eine Islamistin gekleidet" die deutsche Öffentlichkeit. Dies waren nicht nur Ansichten großer Boulevardzeitungen, diese unreflektierte Meinung haten auch Leute in meinem Umfeld.
Gestern hatte Frau Osthoff erstmals die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge im deutschen TV zu schildern. Der Auftritt im "heute-journal" an Weihnachten, zweifelsohne ein Tiefpunkt in dessen Geschichte, zählt an dieser Stelle mal nicht. Ein solches "Gespräch" mit einer offensichtlich noch traumatisierten Frau hätte kein Chef von Dienst freigeben dürfen. Nun erlebte man bei Reinhold Beckmann gestern eine Frau, die so gar nicht in das Raster passte, welches in den letzten Wochen vorgegeben wurde. Man sah eine hochintelligente, scharfsinnige, attraktive, auch abgeklärte Archäologin, die sich vielleicht in Arabien inzwischen besser zurechtfindet als in Deutschland. Die pragmatisch, also handlungsorientiert, ist und weisungsgewohnt scheint. Alles Attribute die das Gegenteil vom deutschen, aber auch vom Klischee der Muslima sind. Eine Frau, die die arabischen Sitten gut kennt und die eine Auszeichnung für ihr humanitäres Engagement bekommen hat.
Nichts wies darauf hin, dass es sich hier um eine geistig verwirrte, spleenige oder radikale Frau handelt. Warum auch? Wieso wurde es ihr überhaupt zum Vorwurf gemacht, im Irak zu arbeiten anstatt jedem, der sich dort einsetzt die höchte Wertschätzung auszudrücken. Das ist typisch deutsch, das ist die Mentalität, die Susanne Osthoff auch offenkundig nicht mehr versteht. Ein Lob geht auch an Reinhold Beckmann, der sich ausnahmsweise mal zurückhielt und seinen Gast einfach reden ließ, der - wo er offenkundig keine Ahnung hatte - einfach mal den Mund hielt und bis auf einige Ausnahmen gegen Ende der Sendung keine Anstalten machte, doch noch einen emotionalen Aspekt aus der Sache heraus zu kehren.
Dies konnte auch nicht funktionieren, da Frau Osthoff dazu zu clever ist und das Spielchen mit den Medien nach teurem Lehrgeld in den vergangenen Wochen inzwischen zwar durchschaut hat aber deswegen noch lange nicht mitspielt. Das einzige was sie verständlicherweise in Rage bringt, sind die gegen sie lancierten BND-Vorwürfe. Dies ist insoweit verständlich, da sich im arabischen Raum mit solch einem Stigma kaum Leben lässt. Es ist an der Zeit, dass sich gewisse Medien bei Susanne Osthoff entschuldigen und anerkennen, dass diese Frau vier Wochen täglich um ihr Leben bangen musste und diesen Umstand besser verkraftet hat als die große Mehrheit der Deutschen es in ihrer Lage zu tun vermocht hätte.
Gestern hatte Frau Osthoff erstmals die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge im deutschen TV zu schildern. Der Auftritt im "heute-journal" an Weihnachten, zweifelsohne ein Tiefpunkt in dessen Geschichte, zählt an dieser Stelle mal nicht. Ein solches "Gespräch" mit einer offensichtlich noch traumatisierten Frau hätte kein Chef von Dienst freigeben dürfen. Nun erlebte man bei Reinhold Beckmann gestern eine Frau, die so gar nicht in das Raster passte, welches in den letzten Wochen vorgegeben wurde. Man sah eine hochintelligente, scharfsinnige, attraktive, auch abgeklärte Archäologin, die sich vielleicht in Arabien inzwischen besser zurechtfindet als in Deutschland. Die pragmatisch, also handlungsorientiert, ist und weisungsgewohnt scheint. Alles Attribute die das Gegenteil vom deutschen, aber auch vom Klischee der Muslima sind. Eine Frau, die die arabischen Sitten gut kennt und die eine Auszeichnung für ihr humanitäres Engagement bekommen hat.
Nichts wies darauf hin, dass es sich hier um eine geistig verwirrte, spleenige oder radikale Frau handelt. Warum auch? Wieso wurde es ihr überhaupt zum Vorwurf gemacht, im Irak zu arbeiten anstatt jedem, der sich dort einsetzt die höchte Wertschätzung auszudrücken. Das ist typisch deutsch, das ist die Mentalität, die Susanne Osthoff auch offenkundig nicht mehr versteht. Ein Lob geht auch an Reinhold Beckmann, der sich ausnahmsweise mal zurückhielt und seinen Gast einfach reden ließ, der - wo er offenkundig keine Ahnung hatte - einfach mal den Mund hielt und bis auf einige Ausnahmen gegen Ende der Sendung keine Anstalten machte, doch noch einen emotionalen Aspekt aus der Sache heraus zu kehren.
Dies konnte auch nicht funktionieren, da Frau Osthoff dazu zu clever ist und das Spielchen mit den Medien nach teurem Lehrgeld in den vergangenen Wochen inzwischen zwar durchschaut hat aber deswegen noch lange nicht mitspielt. Das einzige was sie verständlicherweise in Rage bringt, sind die gegen sie lancierten BND-Vorwürfe. Dies ist insoweit verständlich, da sich im arabischen Raum mit solch einem Stigma kaum Leben lässt. Es ist an der Zeit, dass sich gewisse Medien bei Susanne Osthoff entschuldigen und anerkennen, dass diese Frau vier Wochen täglich um ihr Leben bangen musste und diesen Umstand besser verkraftet hat als die große Mehrheit der Deutschen es in ihrer Lage zu tun vermocht hätte.
r0ssi - 10. Jan, 09:56
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