Donnerstag, 10. November 2005

Wie ich mal auf die Trainerbank der Gastmannschaft im Bökelberg gepinkelt habe

Es muss circa 1987 gewesen sein, ich war ein durchschnittlicher zwölfjähriger Junge mit entsprechenden Intreressen: Knight Rider, A-Team, Magnum, Alf, Wetten dass...?, Kartoffelchips, Coca Cola und natürlich Fußball! Die Sozialisation eines normalen Mönchengladbacher Steppkes wird selbstverständlich durch die allgegenwärtige Borussia geprägt. (Nur am Rande: mein Onkel will seinen Enkel jetzt als Mitglied anmelden - das Kind kommt wohlgemerkt erst Ende Januar zur Welt.) In alten Familienalben schaute ich mir oft die leicht vergilbten, riffelrändrigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen an, auf denen die Meistermannschaft 1970 auf einem Doppeldeckerbus durch die Stadt fuhr.

Gladbach ist ein Nest und so war es normal, dass Leute wie Jupp Heynckes, damals Trainer der Borussia, oder Wolf Werner (kam später) in der Nachbarschaft wohnten oder Christian Hochstätter in den Bekanntenkreis einheiratete. Absolutes Highlight war Lothar Matthäus, den ich mit acht Jahren kennenlernte. Damals war seine derzeitige Frau Silvia nämlich Betreuerin in der Tagesstätte, in die ich abgeschoben wurde nach Schulschluß ging, bis Muttern von der Arbeit kam. Er gab uns Autogramme und war noch der total lockere junge Loddar. Kurze Zeit verschoss er einen entscheidenden Elfer gegen die Bayern, bei denen er bereits unterschrieben hatte und ich schmiss das Autogramm weg.

Unregelmäßige Stadionbesuche waren damals ab einem Alter von acht Jahren dann angesagt. Leider habe ich keine Gelegenheit mehr meinen Vater zu fragen, warum er mich nicht schon früher dahingeschleppt hatte. Ich denke, er war eher der Couchsportler. Ab dem Alter von 11-12 ging ich dann fast jedes Heimspiel hin, meistens mit Tim und in die Nordkurve, Block 14. Mittendrin statt nur dabei, quasi. Die umstehenden Ultras waren amüsiert und vielleicht auch stolz auf die "Borussen-Fuzzis", wie sie und nannten. Ich selbst war zumindest stolz auf meine waschechte Kutte, einer stone-washed Jeansjacke mit einigen fetten Aufnähern, die ich mir in der Kaufhof-Sportabteilung gekauft hatte und von Muttern aufnähen lassen hatte.

Tim wohnte nicht weit von dem Stadion entfernt, was einerseits bedeutet, dass seine Eltern gut betucht waren und andererseits das Stadion zu einem Ausflugsziel auch außerhalb von Spielterminen machte. Manchmal stand es offen, wenn zum Beispiel irgendwas in dem schon damals ziemlich heruntergekommenen Bökelberg zu reparieren war. Dann gingen wir einfach rein und setzten uns mal auf die Obertribüne - nur um zu bemängeln, dass man von dort oben nun wirklich nicht viel sehen konnte. Insgeheim träumte ich davon, mal im VIP-Bereich gucken zu dürfen, scheißegal wie wenig man von dort sah.

Eines Tages, es muss Dezember gewesen sein, auf jeden Fall lag Schnee, war der Bökelberg abgeschlossen aber selbstredend unbewacht. So kletterten wir über den Zaun und gingen direkt aufs Spielfeld. Es war das erste Mal für uns beide, dass wir den heiligen Rasen betraten. Voller Pathos versicherten wir uns, dass dies ein besonderer Moment sei und liefen irgendwelche Muster in den Schnee. Irgendwann kamen wir dann schließlich auf die gandiose Idee, zur Trainerbank der Gäste zu gehen und drauf zu pinkeln. Es war - und ist - eine herrliche Vorstellung, sich auszumalen wie Uli Hoeness und ähnliche Unsympathen sich später dann darauf gesetzt haben. De fakto ist dies meine liebste Erinnerung an den Bökelberg - dicht gefolgt von der Aufstiegsfeier.

(PS: den Beitrag hab ich als Urlaubsvertretung für Dülp im Bolzplatz geschrieben, aber als fauler Mensch verwende ich den Content doch grad mal zweifach.)

Radio Ga Ga

My new favorite Radiostation: "Boot Liquor Radio - American Roots Music for saddle-weary drunkards". So muß das sein! Seit ich in den Südstaaten unterwegs war hege ich eine geheime Vorliebe für Country und Western, natürlich nicht den Schmonz, sondern die guten Sauflieder und Rebellenlieder. Das beste gegen schlechte Laune. So, wieder ein Geheimnis publik gemacht. Yeehaw!

iPod of Doom

Ich verspreche hoch und heilig, dass dies kleine Blog nie zu einer schlechten Kopie von IT&W wird, aber das muss ich dann doch noch kurz loswerden. Linux-Hacker sind ja bekanntlich besonders umtriebige Menschen, die versuchen ihr verehrtes Betriebssystem auf alles zu installieren, was bei drei nicht auf dem Baum ist, letzter Clou war die Xbox und der ipod ist nun auch schon infiziert gehackt worden, das Podzilla genannte OS läuft reibungslos.

Sehe ich darin noch keinen großen Sinn, ist wohl nun die Killerapplikation erschienen:
Doom für den iPod, genannt iDoom. Leider ist die iPod Linux Seite gerade geslashdotted, aber sobald es wieder läuft werd ich den Spaß mal ausprobieren - und meinen Walkman wahrscheinlich dabei schrotten.

(via Boing Boing)

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