Brombeerhagel!
Damals, so vor mehr als einer Dekade, hatte ich mal eine Band. Um ein wenig näher an der Wahrheit zu bleiben muss ich wohl darauf verweisen, dass es eher eine virtuelle Band war. Claude und ich kamen damals auf die Idee, gemeinsam Musik zu machen. Dass wir beide kein Instrument spielen konnten taten wir als nebensächlich ab. Schließlich konnte das bei den "Sex Pistols" auch keiner und waren die nicht trotzdem zu Legenden geworden? Den Part des Malcom McLaren übernahm ich dann prompt selbst, schließlich braucht man keinen raffgierigen Manager, wenn es bei Punk doch immer um DIY geht. Die Musik war erst einmal marginal, es schien aber als sollte es Richtung Doom- bzw. Death-Metal gehen.
Weitaus wichtiger als die Musik war der Bandname. Hier hatte Claude sich schon seine Gedanken gemacht und kam mit dem einzigartigen Namen "Gurken und Dill" um die Ecke, den ich natürlich begeistert annahm. Natürlich brauchten wir auch Pseudonyme, Johnny Rotten klingt cooler als John Lydon, also wurde aus Rossi Ralf und aus Claude Klaus. "Hallo, wir sind Ralf und Klaus von "Gurken und Dill" und wir spielen Rock'n'Roll" stellte ich mir bereits meine Lemmy-mäßige Ansage vor. Koks, Groupies und das wilde Leben on the Road waren plötzlich nur noch ein paar Akkorde entfernt. Equipment hatten wir leider auch keins, immerhin hatte meine Perle damals einen Bass und Claudes kleiner Bruder schrammelte in ner Oi-Band, dem konnte man vielleicht die Gitarre klauen. Ein Drumkit ist ebenfalls nicht zwingend notwendig, immerhin gibt es ja Mülltonnen, und was die Neubauten konnten, konnten wir schon lange.
Nachdem ich noch ein total subversives Logo entwarf (eine Art Legalize it!-Fahne aber halt mit Gurken und Dill) musste es dann doch unweigerlich an die musikalische Ausarbeitung gehen. Leider kam nun der Punkt, an dem der Kreativprozess ins Stocken kam. Proben war schwer möglich, da sämtliche Planungsphasen in den gemeinsamen Englisch-LK fielen. Zumindest konnten wir aber schonmal an Texten arbeiten. Als erstes musste natürlich ein Songtitel her. Unser erstes Lied hiess "Gurken und Dill" und hatte die Lyrics "Gurken und Dill / Dill und Gurken" und spielte ein wenig auf den Song "Body Count" von "Body Count" an, die damals gerade schwer angesagt waren. Bei uns war es nur ein wenig doomiger angehaucht. Weitere Songtitel waren "Brombeerhagel" (angelehnt an "Bombenhagel" von "Sodom") und "Erdbeerbeben" (die logische Konsequenz), deren lyrische Ausarbeitung allerdings leider nicht mehr stattfand.
Dafür machte sich Klaus mit Hork zusammen im Geschichte-GK an den ersten wirklichen Text, den ich eben in einem Taschenkalender von 1994 gefunden hab. Das bislang unbenannte Lied nahm schon damals die noch zu erwartende "Neue deutsche Härte" von Bands wie "Rammstein" oder "Oomph!" vorweg und kann in der Retrospektive wohl ohne Übertreibung als Meilenstein gesehen werden:
"Schwallende Gedärme - spritzendes Blut
Ich bade meine Hände - zeige meine Wut
Blutrausch - Partnertausch - Sodomie - Schlachtpartie
Rasende Gedanken - Sex im Neonlicht
Berühre ihre Flanken - Beschmutze ihr Gesicht
Natursekt - Intellekt - Nekrophil - Besenstil
Rosiges Fleisch - Gespielte Lust
Wütende Bestie - Trüber Alltagsfrust
Totes Meer - Analverkehr - Hirnmasse - Krankenkasse"
Ein verstörender, in seiner Brutalität aber auch graziler, verletzlicher Text über menschliche Abgründe und Spielarten der Perversion ganz in der Tradition von Autoren wie Bret Easton Ellis oder Michel Houellebecq. Leider ist es dann aber zu bandinternen Streitigkeiten um die visuelle Umsetzung der Show gekommen, ich wollte gerne in Richtung "Gwar" gehen, Klaus wollte lieber eine sehr reduzierte Performance geben, um die Texte besser wirken zu lassen. Leider ist uns damit der Weg zu Ruhm und Geld versperrt geblieben. "Gurken und Dill" - es hätte funktionieren können...
Weitaus wichtiger als die Musik war der Bandname. Hier hatte Claude sich schon seine Gedanken gemacht und kam mit dem einzigartigen Namen "Gurken und Dill" um die Ecke, den ich natürlich begeistert annahm. Natürlich brauchten wir auch Pseudonyme, Johnny Rotten klingt cooler als John Lydon, also wurde aus Rossi Ralf und aus Claude Klaus. "Hallo, wir sind Ralf und Klaus von "Gurken und Dill" und wir spielen Rock'n'Roll" stellte ich mir bereits meine Lemmy-mäßige Ansage vor. Koks, Groupies und das wilde Leben on the Road waren plötzlich nur noch ein paar Akkorde entfernt. Equipment hatten wir leider auch keins, immerhin hatte meine Perle damals einen Bass und Claudes kleiner Bruder schrammelte in ner Oi-Band, dem konnte man vielleicht die Gitarre klauen. Ein Drumkit ist ebenfalls nicht zwingend notwendig, immerhin gibt es ja Mülltonnen, und was die Neubauten konnten, konnten wir schon lange.
Nachdem ich noch ein total subversives Logo entwarf (eine Art Legalize it!-Fahne aber halt mit Gurken und Dill) musste es dann doch unweigerlich an die musikalische Ausarbeitung gehen. Leider kam nun der Punkt, an dem der Kreativprozess ins Stocken kam. Proben war schwer möglich, da sämtliche Planungsphasen in den gemeinsamen Englisch-LK fielen. Zumindest konnten wir aber schonmal an Texten arbeiten. Als erstes musste natürlich ein Songtitel her. Unser erstes Lied hiess "Gurken und Dill" und hatte die Lyrics "Gurken und Dill / Dill und Gurken" und spielte ein wenig auf den Song "Body Count" von "Body Count" an, die damals gerade schwer angesagt waren. Bei uns war es nur ein wenig doomiger angehaucht. Weitere Songtitel waren "Brombeerhagel" (angelehnt an "Bombenhagel" von "Sodom") und "Erdbeerbeben" (die logische Konsequenz), deren lyrische Ausarbeitung allerdings leider nicht mehr stattfand.
Dafür machte sich Klaus mit Hork zusammen im Geschichte-GK an den ersten wirklichen Text, den ich eben in einem Taschenkalender von 1994 gefunden hab. Das bislang unbenannte Lied nahm schon damals die noch zu erwartende "Neue deutsche Härte" von Bands wie "Rammstein" oder "Oomph!" vorweg und kann in der Retrospektive wohl ohne Übertreibung als Meilenstein gesehen werden:
"Schwallende Gedärme - spritzendes Blut
Ich bade meine Hände - zeige meine Wut
Blutrausch - Partnertausch - Sodomie - Schlachtpartie
Rasende Gedanken - Sex im Neonlicht
Berühre ihre Flanken - Beschmutze ihr Gesicht
Natursekt - Intellekt - Nekrophil - Besenstil
Rosiges Fleisch - Gespielte Lust
Wütende Bestie - Trüber Alltagsfrust
Totes Meer - Analverkehr - Hirnmasse - Krankenkasse"
Ein verstörender, in seiner Brutalität aber auch graziler, verletzlicher Text über menschliche Abgründe und Spielarten der Perversion ganz in der Tradition von Autoren wie Bret Easton Ellis oder Michel Houellebecq. Leider ist es dann aber zu bandinternen Streitigkeiten um die visuelle Umsetzung der Show gekommen, ich wollte gerne in Richtung "Gwar" gehen, Klaus wollte lieber eine sehr reduzierte Performance geben, um die Texte besser wirken zu lassen. Leider ist uns damit der Weg zu Ruhm und Geld versperrt geblieben. "Gurken und Dill" - es hätte funktionieren können...
r0ssi - 31. Okt, 11:46
5 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks







