Dienstag, 25. Oktober 2005

Rezepte für Dilettanten I

Und noch eine Reihe für dieses formschöne Blog, die wahrscheinlich über den ersten Teil nicht hinauskommt, da ich sie vergessen werde. Aber was solls, schließlich kann ich hier ja machen was ich will. Wenn man also permanent recht knapp bei Kasse ist, wie ich seit 10 Jahren und zur Zeit auch seit vielen Tagen vergisst zu faul ist zum Einkaufen, muss man sich schon was eiunfallen lassen, um nicht zu verhungern.

Hierzu bieten sich natürlich zuerst die Einkäufe der Mitbewohner an. Da deren Vorräte aber ähnlich knapp bemessen sind (einer hat gleich überhaupt keine, nie!) fällt der Mundraub natürlich schnell auf und wird je nach Umfang entsprechend sanktioniert. Ein paar Eier gehen da immer noch locker durch, beim tiefgefrorenen Rinderfilet sieht die Sache schon anders aus.
Gestern musste mal wieder schnell gehen, ohne dass wirklich was Anregendes im Haus war. Also packte ich mir schnell folgende Zutaten:

1/2 Pkg. Bandnudeln
1 Dose geschälte Tomaten
1/2 Pkg. passierte Tomaten (geklaut)
1/2 Dose Kidney-Bohnen (geklaut)
1 angebrochene Tüte geriebenen Mozzarella (geklaut)
1/3 Fläschchen Knoblauch-Chili-Soße
sowie geriebenen Knoblauch, Salz, Pfeffer, frischer Basilikum, Chilipulver und sonstigen Würzkram

Man koche nun die Nudeln bißfest, was bei mir nur selten gelingt, da ich nie auf die Uhr gucke. Währendessen schmeisst man die restlichen Zutaten in der angegebenen Reihenfolge in einen weiteren Topf und schaut, dass nicht zuviel Mozzarella mit hinein kommt, weil der sonst zu viele Fäden zieht. Leider ist mir das ebenfalls nicht gelungen, so dass die Konsistenz der Soße zum Schluß leicht an geschmolzenenes Plastik erinnerte. Eebenso vorsichtig sollte man mit der Knoblauch-Chili-Soße sein, da deren asiatischen Nuancen ein wenig mit der Tomate-Basilikum-Note des Rests in Konflikt geraten können. Aber auch hier kann man natürlich bei Überdosierung immer noch eine neue "Tyrrhenisches Meer meets Golf von Tonkin"-Crossculture-Küche als Ausrede ins Feld führen.

Nachdem die Pampe Soße fertig zusammengerührt ist und ein wenig geköchelt hat, verteilt man sie großzügig über die total zermanschten Bandnudeln al dente und freut sich über den kulinarischen Hochgenuss, der einem später wie Wackersteine im Magen liegt (geronnener Mozzarella) und zu ordentlichen Flatulenzen führt (Kidney-Bohnen), aber immerhin satt macht. Und darum gehts doch, oder?

Hurricanes und kein Ende

Wenn ich so die Wetterberichterstattung verfolge, fallen mir mittlerweile mehrere anmerkenswerte Tatsachen ins Auge. Erstens die vollkommen sensationsgeile Berichterstattung auf Nachrichten-Sendern wie n-tv oder N24, die sich in stundenlangen Mutmaßungen über potenzielle Opferzahlen und Schadenshöhen ergehen und die Ursachenproblematik nur eben so am Rande touchieren. Gestern fragte dann dieser Moderatorenhansel bei enntehvau einen Klimaforscher, ob es möglich sei, dass die Menschen für die Erwärmung der Atmosphäre zuständig sein könnten. Als sei dies in irgendeiner Weise noch diskutabel. Meines Wissens nach haben die UN spätestens in Rio 1992 dieses Faktum anerkannt. So blieb dem Wissenschaftler auch nichts anderes übrig als zu antworten, er wüsste nicht welche anderen Faktoren hierfür in Frage kämen.

Die andere Sache, die mich beunruhigt ist, dass mittlerweile große Stationen meines letzten Urlaubs verwüstet wurden. Beim vorletzten Hurricane waren es New Orleans und die Küsten von Mississippi und Alabama, beim letzten Hurricane war es Houston und nun stehen die Keys, insbesondere Key West unter Wasser, ebenso betroffen ist Miami. Ich habe bislang noch nichts von der Verwandtschaft dort unten gehört, hoffe aber mal, sie sind trocken gelieben, ebenso wie ein befreundetes Pärchen, dass in Mittelamerika seine Flitterwochen begangen hat und gleich von Ausläufern zweierHurricanes betroffen waren, ohne dass Schlimmeres passiert wäre. Welcome back! Ein wenig seltsam kommt mir das alles schon vor - überall wo ich war herrschen jetzt Chaos und Verwüstung. Das kenne ich sonst nur von Parties, wo ich auftauche...

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