Worship Mike Patton!
Mike Patton ist mit Sicherheit eine der ganz großen Ausnahmerescheinungen in der kontemporären Musik. Nachdem er mit "Faith no more" in den Neunzigern die populäre Alternative-Musik geprägt hatte, befreite er sich nach deren Split vollends von allen musikalischen und kommerziellen Zwängen und konzentrierte sich ganz auf seine neue Freiheit - auch als Mitinhaber des Labels Ipecac.
Aktuell ist Patton in diverse Bands, bzw. Projekte verwoben. Neben seiner ersten Band "Mr. Bungle", die er schon vor FNM-Zeiten betrieb hat er mit Tomahawk und Fantômas gleich zwei weitere Eisen im Feuer und mit "Peeping Tom" steht das nächste große Ding vor der Tür.
Hier soll es aber vor allem um das Fantômas-Album "Suspended Animation" gehen: etwas spät habe ich heute zum ersten Mal die Gelegenheit gehabt das Album zu hören. Man muss dazu sagen, dass das Projekt neben Patton noch aus Trevor Dunn (von Mr.Bungle), Dave Lombardo (dem Schlagzeuger von Slayer) und Buzz Osborne von den Melvins besteht - also allesamt ausgeprägte musikalische Grenzgänger. Das letzte Album der vier, "Director's Cut" war noch einigermaßen eingängig, da hier bekannte Kinothemes gecovert wurden.
"Suspended Animation" bricht diesmal ganz klar mit sämtlichen Hörgewohnheiten. Dem Album liegen zwei Konzepte zugrunde: einmal eine Hommage an Zeichentrickfilme, daher auch der Titel (der aber auch eine Verlangsamung der Lebensfunktionen durch Chemikalien beschreibt). Zum anderen ist das Album der vertonte April 2005, jeder Tag bekommt seinen eigenen Track, so dass der Hörer eine Tour de Force durch ebensoviele "Lieder" in 45 Minuten mitmacht.
Zum akustischen: von Liedern zu sprechen verbietet sich angesichts von Soundfetzen, jede Menge Comic-Samples und Pattons - nein, nicht Gesang sondern Gestöhne, Geschreie, Gejammere und perkussiven Lautmalereien. Abrupte Tempi-, Stil- und Genrewechsel sind an der Tagesordnung. Was bei "Mr.Bungle" noch als abenteuerlich aber verdaubar daherkommt, wird auf diesem Album zum ganz persönlichen akustischen Horrortrip. Innerhalb voin 15 Sekunden wechseln sich hier eine chansonesque Ballade mit einer baltischen Polka und norwegischem Death Metal ab, trotzdem hört man auch ein Augenzwinkern heraus und kann sich bei gewissen Tracks das Grinsen nicht verkneifen.
Dem Ganzen einen Sinn abzuringen fällt schwer, dies liegt aber sicher auch nicht in der Intention der Macher. Wenn überhaupt, dann geht es Patton mit der neuen Fantômas-Scheibe ein weiteres Mal darum seine und die Grenzen seiner Hörer auszuloten. Gerne erzählt er in Interviews, wie sich immer wieder Fans von "Faith no more" und Slayer auf die Fantômas-Konzerte verirren, in der Annahme Hits der Bands zu hören und spätestens nach drei Akkorden völlig verstört wieder gehen.
Auch wenn sich das Ganze jetzt für Leute, die noch keine Erfahrung mit Pattons Werk gemacht haben abschreckend anhört kann ich doch nur jedem empfehlen, sich mal ein eigenes Bild von diesem unglaublichen Album zu machen (Hörprobe). Es mag vielleicht am Anfang wie Napalm in den Ohren brennen, aber es blitzt in jeder Sekunde die Genialität seines Komponisten durch und hat mich sofort beim ersten Hören gepackt. Vielleicht keine Scheibe um mit dem/der Liebsten gemütlich zu kuscheln, aber garantiert ein akustischer Trip, der zur Zeit konkurrenzlos ist!
Hier soll es aber vor allem um das Fantômas-Album "Suspended Animation" gehen: etwas spät habe ich heute zum ersten Mal die Gelegenheit gehabt das Album zu hören. Man muss dazu sagen, dass das Projekt neben Patton noch aus Trevor Dunn (von Mr.Bungle), Dave Lombardo (dem Schlagzeuger von Slayer) und Buzz Osborne von den Melvins besteht - also allesamt ausgeprägte musikalische Grenzgänger. Das letzte Album der vier, "Director's Cut" war noch einigermaßen eingängig, da hier bekannte Kinothemes gecovert wurden.
"Suspended Animation" bricht diesmal ganz klar mit sämtlichen Hörgewohnheiten. Dem Album liegen zwei Konzepte zugrunde: einmal eine Hommage an Zeichentrickfilme, daher auch der Titel (der aber auch eine Verlangsamung der Lebensfunktionen durch Chemikalien beschreibt). Zum anderen ist das Album der vertonte April 2005, jeder Tag bekommt seinen eigenen Track, so dass der Hörer eine Tour de Force durch ebensoviele "Lieder" in 45 Minuten mitmacht.
Zum akustischen: von Liedern zu sprechen verbietet sich angesichts von Soundfetzen, jede Menge Comic-Samples und Pattons - nein, nicht Gesang sondern Gestöhne, Geschreie, Gejammere und perkussiven Lautmalereien. Abrupte Tempi-, Stil- und Genrewechsel sind an der Tagesordnung. Was bei "Mr.Bungle" noch als abenteuerlich aber verdaubar daherkommt, wird auf diesem Album zum ganz persönlichen akustischen Horrortrip. Innerhalb voin 15 Sekunden wechseln sich hier eine chansonesque Ballade mit einer baltischen Polka und norwegischem Death Metal ab, trotzdem hört man auch ein Augenzwinkern heraus und kann sich bei gewissen Tracks das Grinsen nicht verkneifen.
Dem Ganzen einen Sinn abzuringen fällt schwer, dies liegt aber sicher auch nicht in der Intention der Macher. Wenn überhaupt, dann geht es Patton mit der neuen Fantômas-Scheibe ein weiteres Mal darum seine und die Grenzen seiner Hörer auszuloten. Gerne erzählt er in Interviews, wie sich immer wieder Fans von "Faith no more" und Slayer auf die Fantômas-Konzerte verirren, in der Annahme Hits der Bands zu hören und spätestens nach drei Akkorden völlig verstört wieder gehen.
Auch wenn sich das Ganze jetzt für Leute, die noch keine Erfahrung mit Pattons Werk gemacht haben abschreckend anhört kann ich doch nur jedem empfehlen, sich mal ein eigenes Bild von diesem unglaublichen Album zu machen (Hörprobe). Es mag vielleicht am Anfang wie Napalm in den Ohren brennen, aber es blitzt in jeder Sekunde die Genialität seines Komponisten durch und hat mich sofort beim ersten Hören gepackt. Vielleicht keine Scheibe um mit dem/der Liebsten gemütlich zu kuscheln, aber garantiert ein akustischer Trip, der zur Zeit konkurrenzlos ist!
r0ssi - 19. Jul, 22:14
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